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Es gibt kein Modellrezept, damit die Öffnung eines Jugendverbandes oder einer Jugendorganisation sicher gelingt. Bereits durchgeführte Projekte und Untersuchungen haben jedoch gezeigt, dass es durchaus Erfolgsfaktoren für einen funktionierenden Prozess gibt. Je mehr solche Faktoren in einem Projekt zusammenkommen, desto besser sind die Aussichten, dass das Projekt gelingt. 1. Zusammenarbeit mit Fachstellen, Jugendarbeit und Behörden
• Eine externe Begleitung des Projekts durch Fachpersonen ist immer empfehlenswert. Dies können lokale Stellen mit einem Integrationsauftrag oder auch diverse Kompetenzzentren oder Fachstellen sein. Eine solche Zusammenarbeit erhöht die Chancen für einen gelingenden Öffnungsprozess, denn die Fachpersonen können die Projektverantwortlichen mit ihrem Know-how in Projektmanagementfragen unterstützen oder gezielte Ausbildungen und Schulungen zur Sensibilisierung anbieten. Hier findest du die Adressen solcher Stellen. • Sucht die Zusammenarbeit mit der offenen Jugendarbeit Diese habt bekanntlich eine hohe Anzahl von Kindern und Jugendlichen mit Migrationshintergrund, welche an ihren Angeboten teilnehmen. Vielleicht lassen sich gemeinsame Projekte oder Anlässe organisieren? Der Dachverband offene Jugendarbeit Schweiz (DOJ) setzt euch gerne mit solchen Stellen in Verbindung. • Nutzt das Angebot der kantonalen und städtischen Integrationsbeauftragten Die Umsetzung eigener Projekte gehört zu den Hauptaufgaben der Integrationsbeauftragten und ihr werdet bei diesen Stellen mit eurem Anliegen auf offene Ohren stossen. Hier findest du den Kontakt zu den Integrationsbeauftragten in deiner Region.
2. Gemeinsame Umsetzung der Projekte Kinder, Jugendliche oder Eltern mit Migrationshintergrund müssen von Beginn an in die Planung eines Projekts zur interkulturellen Öffnung miteinbezogen werden. Sie sind die ExpertInnen und nur unter Berücksichtigung ihrer Vorstellungen und Ideen können die Bestrebungen der Jugendverbände auf Gehör stossen. Öffnungsprozesse müssen zweiseitig laufen, einseitige Bemühungen der Jugendverbände laufen grosse Gefahr, nicht zu funktionieren, weil die Bedürfnisse der Gegenseite gar nicht verstanden werden. Versucht ein Verband, mehr Kinder und Jugendliche mit Migrationshintergrund zu einem Beitritt zu bewegen, muss den Kindern, Jugendlichen und insbesondere ihren Eltern deutlich gemacht werden, was ihnen ein Beitritt überhaupt nützt. Dieser Nutzen liegt für die Kinder und Jugendlichen mit Migrationshintergrund sicherlich darin, dass die Teilnahme in einem Jugendverband ihre Kompetenzen erheblich fördern kann und damit schlussendlich die Chancengleichheit in der schweizerischen Gesellschaft erhöht. Wenn du Kontakt zu MigrantInnenorganisationen aufnehmen willst, dann findest du hier entsprechende Adressen. 3. Wille zur Öffnung Der Wille zur interkulturellen Öffnung bedeutet, das eigene Verständnis zu überdenken und bereit für strukturelle Änderungen zu sein. Bei Öffnungsprozessen in Jugendverbänden geht es nicht nur darum, das Verhalten der Verbandsmitglieder gegenüber Kindern und Jugendlichen mit Migrationshintergrund zu thematisieren, sondern ebenso um die Frage, wie die Strukturverhältnisse des Verbandes oder der Organisation verändert werden müssen. Es benötigt somit die Offenheit, sich von Traditionen und Strukturen zu verabschieden und die Bereitschaft, die eigene Organisation weiterentwickeln zu wollen. 4. Gemeinsames Verständnis Es braucht ein gemeinsames Verständnis darüber, worum es geht, was man unter Öffnung versteht und welche Schritte notwendig sind. Damit ein Öffnungsprozess funktionieren kann, braucht es sowohl die Akzeptanz und Unterstützung der nationalen und kantonalen Leitung wie auch diejenige der lokalen Scharen und Gruppen. Ein von oben aufgezwungener Prozess kann deshalb nicht funktionieren. Auf der andern Seite zeigen die Erfahrungen in den diversen Projekten, dass lokale Scharen oder Gruppen die Unterstützung der Leitung benötigen, um einen solchen Prozess nachhaltig umsetzen zu können. Nur wenn die Leitung hinter einem solchen Projekt steht, hat es Aussichten auf Erfolg. 5. Öffnungsthematik strukturell verankern Es benötigt das Einverständnis des Jugendverbandes, einen Öffnungsprozess gezielt und systematisch anzustreben. Dieser Prozess muss eine Nachhaltigkeit in den Verbands- und Organisationsstrukturen garantieren, d.h. eine Fluktuation von zuständigen Personen darf sich nicht negativ auf den Prozess auswirken. Es müssen zusätzliche Ressourcen intern geschaffen werden, indem auf kantonaler- und Bundesebene Integrationsverantwortliche eingesetzt werden. 6. Genügend Zeit und Ressourcen einplanen und kleine Schritte bevorzugenÖffnungsprozesse sind langfristige Prozesse und erfordern nebst zeitlichen Ressourcen ebenfalls genügend vorhandene personelle Ressourcen. Gerade in Jugendorganisationen, welche zum grössten Teil von freiwilligen und ehrenamtlichen Personen geleitet werden, ist es unabdingbar, die Ressourcen so zu planen, dass diese Freiwilligen nicht überfordert und überbelastet werden. Projekte zur interkulturellen Öffnung sollen Spass machen und dies tun sie dann am meisten, wenn eine hohe Motivation, jedoch kein Druck herrscht. Für Jugendorganisationen, welche punktuell lokale Projekte und/oder Anlässe umsetzen, bietet sich der Weg der kleinen Schritte an. Grosse unrealistische Projekte anzugehen, führt einzig zu Scheitern und Frustration. Nehmt euch deshalb lieber kleine, realistische Schritte vor, bei denen ihr davon ausgehen könnt, dass ihr sie auch umsetzen könnt.
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