Projekte Strukturanpassung von Verbänden
Projekte zur Strukturanpassung von Jugendverbänden | Drucken |

Mehrere grosse Jugendverbände haben in den letzten Jahren Projekte realisiert, um ihre Organisation interkulturell zu öffnen und  Kinder und Jugendliche mit Migrationshintergrund in ihre Strukturen zu integrieren. Diese Projekte zur Öffnung des Verbands visieren somit nicht nur eine Verhaltensänderung ihrer Mitglieder gegenüber Kindern und Jugendlichen mit Migrationshintergrund an. Vielmehr versuchen sie, die Strukturen des eigenen Verbands so anzupassen, dass Kinder und Jugendliche aus unterschiedlichen sozialen Schichten und Kulturkreisen gleichermassen den Zugang zum Verband finden. Die Anstrengungen reichen von der simplen Übersetzung von Werbeprospekten bis hin zu sehr ausgereiften Projekten, die auf allen Ebenen der Verbandsarbeit anzusetzen versuchen. Die wichtigsten solchen Projekte werden hier vorgestellt.

 

SAJV Varietà

Hinter dem Pilotprojekt steht die Idee, Kindern und Jugendlichen ausländischer Herkunft den Zugang zu den Jugendorganisationen, einem Setting, das nachweislich zur Gesundheitsförderung und non-formalen Bildung von Kindern und Jugendlichen beiträgt, zu erleichtern. Auf diese Weise erhöht sich deren Chancen im Hinblick auf Bildung und Gesundheit, Partizipation und soziale Netzwerkbildung.
Das Pilotprojekt setzt auf lokaler Ebene an und will die Zugangshürden für Kinder und Jugendliche mit Migrationshintergrund abbauen, damit diese allmählich in die Jugendverbandsstrukturen hineinwachsen. Das Pilotprojekt wird gemeinsam mit den vor Ort involvierten Gruppen und Personen entwickelt, gestaltet, umgesetzt und von einer externen Organisationen evaluiert. Im Anschluss an die Pilotprojektphase wird das Projektkonzept überarbeitet, um es anschliessend als Modellprojekt innerhalb der Jugendverbandslandschaft zu multiplizieren.

Mehr zu varietà: http://www.sajv.ch/projekte/varieta/

 

Cevi Rapperswil/Jona

Die gemeinnützige Organisation TikK (Kompetenzzentrum für interkulturelle Konflikte) hat gemeinsam mit dem Cevi Rapperswil-Jona und der städtischen Kinder- und Jugendarbeit jump-in von 2007 bis 2008 ein Öffnungsprojekt durchgeführt. Dabei sollten die Bedingungen geschaffen werden, damit Kinder mit Migrationshintergrund den Weg in den Cevi finden.
Nicht über eine breite Werbung, sondern durch gezielte Kontaktaufnahme und Information konnten mehrere ausländische Kinder gewonnen werden. Interessant war, dass auftauchende Probleme mehr mit bisherigen Schwächen innerhalb der freiwilligen Verbandsarbeit zu tun hatten als mit dem kulturellen Hintergrund der neuen Kinder.
Die Erkenntnisse und Empfehlungen sind in einem ausführlichen Schlussbericht aufgearbeitet worden:

Präsentation des Projektes an der Tagung "Integration"

Mehr zum Projekt finden Sie hier und hier

 

Pfadibewegung Schweiz

Verschiedene Ansätze und Modelle wurden in den letzten zehn Jahren angewandt.
Im nationalen Projekt von 2001 bis 2002 entstanden unter anderem verschiedene Hilfsmittel für Einheiten und Verbände, die sich mit der Thematik Integration auseinandersetzen wollen: „Sesam“ beispielsweise bietet einen Werkzeugkasten für die Arbeit innerhalb des Leitungsteams, das „Starter-Kit Integration“ enthält Informationen und Denkanregungen für die Ausarbeitung eines eigenen regionalen oder lokalen Integrationsprojekts. Weiter wurden generell Konzepte und Methoden für die Integrationsarbeit im Verband erarbeitet und auch bewertet, zudem wurden Aus- und Weiterbildungen für interessierte LeiterInnen angeboten.
In mehreren Kantonalverbänden gibt oder gab es kantonale Integrationsprojekte oder zumindest eine Person, welche für den Bereich Integration verantwortlich ist oder war. Als positives Element ist sicherlich zu erwähnen, dass eine muslimische Jugendgruppe in einen Kantonalverband integriert wurde.
Die interkulturelle Öffnung ist weiterhin ein zentrales Thema der Pfadibewegung Schweiz.

Präsentation des Projektes an der Tagung "Integration"

Mehr zu den Aktivitäten der Pfadibewegung Schweiz finden Sie hier.

 

Jungwacht & Blauring

Seit dem Jahre 2005 und bis heute laufen Projekte bzw. haben in mehreren Kantonen regionale Projekte zum Thema Integration und Öffnung stattgefunden. Nebst den diversen lokalen Projekten in Basel (2005-2007) und in Bern (2007) sind insbesondere die beiden Projekte Jubla Mundo in den Kantonen St. Gallen, beide Appenzell und Glarus (2006 bis heute) und Jubla Plus in Luzern (2006-2007) erwähnenswert.
Jubla Plus national knüpft an die Erkenntnisse von Jubla Plus Luzern an. Jubla Plus national wurde 2009 gestartet und hat eine Laufzeit bis Mitte 2011. Im Öffnungsprozess „Jubla plus“ werden die Verbandsstrukturen von Jungwacht Blauring geöffnet, Hilfsmittel und Grundlagen erarbeitet und insbesondere auch Migrantenorganisationen angegangen.

Präsentation des Projektes an der Tagung "Integration"

Mehr zu Jubla Plus finden Sie hier.

 
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